Der Generationenvertrag und sein Ende
Eine der größten Errungenschaften der Bundesrepublik Deutschland nach dem Kriege war die Altersabsicherung durch den sogenannten Generationenvertrag. Die jungen Menschen arbeiten und zahlen dabei einen Teil ihres Verdienstes in die Rentenkassen ein. Aus diesen Kassen werden dann die aktuellen Renten bezahlt. So zahlt immer die junge Generation für die Rente der älteren Generation. Was als Modell vom Ausland oft bewundert wurde, steht nun vor dem Zusammenbruch, denn es gibt zu wenige Menschen, die in die Kassen einzahlen und zu viele, die aus diesen Kassen ihre Renten beziehen.

Als Konrad Adenauer dieses Rentensystem eingeführt hatte, wurde er schon davor gewarnt, dass dieses System eines Tages zusammenbrechen würde, doch nach dem Krieg waren die Möglichkeiten begrenzt. Man musste an die alten Menschen ihre Rente bezahlen, hatte aber keine Rücklagen, auf die man zugreifen konnte. So erschien der Generationenvertrag als die perfekte und gerechte Lösung. Im Wesentlichen ist es ein Versäumnis der Regierung Kohl, dass das System nicht rechtzeitig und Stück für Stück auf eine private Altersvorsorge umgestellt wurde. Die Durchhalteparolen unseren Arbeitsministers Norbert Blüm klingt dem einen oder anderen noch in den Ohren: „Unsere Renten sind sicher“ Wider besseren Wissens und nur, um an der Regierung zu bleiben, wurde dem Bürger verheimlicht, dass die demografische Entwicklung eine Umstellung auf die private Altersvorsorge unumgänglich macht. Schon heute müssen etwa zwei Junge mit ihrer Arbeit einen Rentner versorgen, doch in wenigen Jahren wird das Verhältnis von Rentenzahlern und Rentenempfängern noch ungünstiger. In etwa 10 bis 20 Jahren wird in Deutschland auf einen Beitragszahler ein Renter kommen. Dies bedeutet, dass mittelfristig die staatliche Rente nicht höher liegen wird, als der Harzt IV Satz, ganz unabhängig davon, wie viel sie einmal eingezahlt haben.

Wer heute jung ist, der muss doppelt zahlen. Ja eigentlich sogar dreifach, denn er muss einen Rekordbetrag von seinem Lohn in die Rentenkassen einbezahlen, ohne davon jemals wirklich profitieren zu können und er muss eine private Altersvorsorge abschließen, will er nicht im Alter in die Armut rutschen.

Vielleicht gehört es heute zu einer der wichtigsten Aufgaben von Eltern und Lehrern, den Jugendlichen von Anfang an klar zu machen, dass sie ab dem ersten Arbeitstag anfangen müssen, Geld in eine private Altersvorsorge zu stecken. Dass diese Aufgabe die Politik übernimmt, damit ist nicht zu rechnen, denn bis heute ist die Informationspolitik der Bundesregierung zu diesem Thema mehr als mangelhaft.